Something pure to burn the darkness
SiCkNeSs Is RiSiNg

  Trett aus dem Schatten...

            hinein in das Licht...

  ...finde deinen WEG...

    


28.5.10 11:12


Neues Leben? Neue ES?

...Wo sollte ich hin? Meine Mutter wohnte jetzt bei ihrem neuen Freund. Dort war kein Platz für mich. Auch in ihrem Leben lief zu der Zeit alles aus den Rudern. Finanzell hatte sie es sehr schwer und konnte sich keine eigene Wohnung mehr leisten...Kurz davor wurde unser Pferd eingeschläfert, das andere jüngere musste sie verkaufen aus Geldnot.

Es schien alles den Bach hinunter zugehen. Es gab nur eine Lösung für mich zu meinen Großeltern zu ziehen. Sie hatten ein kleines Zimmer, das Tonstudio von meinem Opa. Er war ein begeisterter Technikfreak. Aber auch ein sehr schwieriger Mann. Sehr leicht reizbar. Er hatte mich mit 13 Jahren verprügelt, dass ich Beulen im Gesicht hatte. Okay, ich habe ihm auch böse beschimpft damals. Und einen guten Freund von mir hat er vor dem Tor abgefangen, als der zu mir wollte. Mit den Worten er soll verschwinden. Penner kommen ihn nicht ins Haus. (Mein guter Freund trug damals eine etwas weitere Skaterhose und fande den Grungelook sehr epic.) Oh...ich schweife ab...Zurück zu dem kleinen Zimmer. Es war wirklich sehr klein gerade mal 2x2,20m. Dort stand ein kleines Bett drinne und sonst alles mit Schränken und Schreibtisch zu. Mein persönlichen Sachen ließ ich in den blauen Müllsäcken. Lediglich meine Klamotten verstaute ich noch irgendwo dort in dem Zimmer.

Mit meinen damaligen Freund hatte ich in der Zeit auch Schluss gemacht. Es lief einfach nicht mehr. Ich rief ihn damals an und sagte zu ihm: "Ich habe eine gute und eine Schlechte Nachricht für dich. Die Gute du kannst jetzt mit allen Mädchen rummachen auf die du Bock hast. Und die Schlechte, ich mache mit dir Schluss". Ich weinte ihm keine Träne hinterher. Die Zeit war einfach reif. Fast 3 jahre waren genug mit Eifersucht und Fremdgehen.

Ich durfte jetzt jeden Tag mit dem Bus 25 Minuten in die Schule fahren. In meiner alten Heimat (bei meinen Großeltern) hatte ich keine Freunde mehr. Sie waren alle sauer auf mich, weil ich damals zu meinen Vater zog und sie "alleine" ließ. Ich ging nach der Schule immernoch mit zu meiner Freundin. Die auch mit mir in einen Klasse ging. Abends fuhr ich dann zu meinen Großeltern in das kleine Zimmer.

An diese Zeit erinnere ich mich nur schwer. Ich habe geraucht. Den Alkohol habe ich sein lassen und das kiffen auch soweit. Meine Freundin mochte es nicht. In dieser Zeit dachte ich auch nicht viel über mein Gewicht nach. Ich lebte einfach.

Ich flog bei meinen Vater Mitte April 1997 raus und wohnte bei meinen Großeltern etwa ein halbes Jahr. Zu dem Zeitpunkt war ich 16. Nur das ihre einen zeitlichen Rahmen habt.

Was trug nun dazu bei, dass ich bei ihnen auszog? Ich lernte in dem halben Jahr einen neuen Jungen kennen. Mit dem ich zusammen kam. Wir zogen zusammen in eine kleine 1 Zimmer Wohnung in der Stadt in der auch meine Schule war.

Eigentlich war soweit alles gut. Ich bekam 600 DM unterhalt von meinen Vater. Hatte niemanden mehr der mich kontrollierte. Und das war ein sehr großer Fehler... Was macht man mit 16?  Keiner kontrolliert? Genau, man faengt an die Schule zu schwaenzen. Erst noch mit Entschuldigungen und dann auch unentschuldigt. Ich dachte nicht an spaeter...

Meine ES bekam zu der Zeit ein neues Gesicht...Ihr Gesicht sollte sich in den nächsten Jahren noch mehrmals ändern. Ich beschloss da durch, dass auch keiner mich sah wie wenig ich aß, dass ich ab 18 Uhr Abends nichts mehr zu mir nahm. Egal, ob ich bis Nachts um 3/4 Uhr wach war, oder länger. Ich aß nur noch einmal am Tag. Ich wollte schlank sein. Nicht dass ich jemals dick war. Ich wog zu der Zeit 58kg. Aber ich wollte abnehmen. Diese verdammten Speckrollen loswerden, Die mir so überdimensional erschienen...Zu der Zeit fing ich auch an ab und zu Sport zu machen. Bauch, Beine und Po...2mal die Woche, als nicht wirklich oft...Ich hatte auch noch nicht so wirklich Ahnung von dem Ganzen. Damals gab es kein WWW wie heute.

27.5.10 14:21


Perfektionist vs. Chaosmädchen

Immer tiefer...immer weiter bergab ging es in meinem Leben. Niemand hielt mich. Ende des Jahres 1996 flog ich von der Schule. von 40 Tage unentschultig...zu auffällig...zu aggressiv..Keine andere Schule im Umkreis nahm mich "Sie müssten Plätze freihalten für dazugezogene Schüler". Ich hatte nur noch eine Wahl zu meinem Vater zu ziehen. Mein Vater hat einen ausgeprochenen Ordnungssinn...Immer freundlich lächeln und winken, egal wie dreckig es dir geht...So ist er, so ist seine Frau. (ich kann bis heute nicht auf solche Menschen). Er ist Perfektionist....Er kannte mich nicht (besuchte ihn all die Jahre nur jedes 2 WE) und hatte so viel Ahnung von einem Teen, wie vom Nähen. Nämlcih gar keine.

 

Ich zog also zu ihm, in dieses "perfekte Leben" im Januar 1997. Ging in eine neue Schule. Lernte neue Freunde kennen. Schrieb gute Noten, hatte ein geregeltes Leben...soweit...Ich fühlte mich nicht wohl. Fühlte mich wie ein Vogel im goldenen Käfig. Weder mein Vater noch seine Frau konnten wirklich auf mich eingehen. Ich fing an zu trinken und andere Drogen zu nehmen. Trank schon morgens vor der Schule. Meine Vater sah nicht was mit mir passierte...Nein, er war zu sehr mit dem Ärger über mich beschäftigt, dass ich mich nicht so benahm wie andere Kinder, dass ich zu störrisch und aggressiv war und anscheinend nicht alle beisamen hatte.

Gott, ich hätte doch nur Hilfe gebraucht.

Meinem Gewicht ging es nicht besser. Ich aß in der Zeit nur Abends. Fing an mich täglich zu wiegen. Freute mich über jeden verlorene  Gramm. Mein Gewicht 49kg. Dass ich auch hielt. Auch wenn mein Kreislauf ab und zu schlapp machte, durch die Magersucht und den Alkohol. Morgens trank ich schon eine halbe Flasche Äppler mit Strohhalm. Nachmittags andere Liköre und abends meistens eine ganze Flasche Sekt.

 Im Mai 1997 hatte mein Vater die Nase voll von mir. Er war überfodert. Ich spürte es an diesen Abend schon. Ich ging nicht heim zu ihn. Machte mich direkt von meiner Freundin auf zu der alten Wohnung meiner Mutter zu laufen (wir wohnten damals bei meinen Großeltern im Haus in eine Dachwohnung, sie haben ein 3 Familienhaus). Sie wohnte 2 Stunden zu Fuss von meinem Vater weg. Ich sagte niemanden bescheid. Dort am Haus angekommen schlich ich mich hoch in die breits leere Wohnung. Meine Mutter ist nach meinem Auszug zu ihrem Freund gezogen. Da stand ich nun in der verlassenen Wohnung. Die Moebel standen noch drin, aber alles in Umzugskartons gepackt. Ich legte mich auf die Couch und weinte, weinte den ganzen Abend. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so einen Schmerz empfunden, wie damals dort oben alleine in dieser leeren Dachwohnung. Nach dem ich da 3 Stunden lag es war schon 23 Uhr. Klingelte immer wieder das Telefon. Ich ging nicht dran. Ich hoerte meinen Opa unten im Garten wie er immer wieder meinen Namen rief. Als wuessten sie, dass ich nur hier sein konnte. Das Telefon klingelte unaufhoerlich. Um 0:30 Uhr ging ich dran. Eswar meine Mutter sie war ganz aufgeloest. Erzaehlte mir das heute Abend mein Vater bei ihr in der Kneipe war und meine ganzen Sachen in blauen Müllsäcken zu ihr in die Kneipe brachte. Sie weinte schrecklich aus Sorge. Sie sagte sie schliesst noch die Kneipe ab und kommt dann zu mir. Keine halbe Stunde später war sie bei mir. Ich weinte noch immer schrecklich. Sie versuchte mich zu beruhigen gab mir Baldriantabletten....Wo ich in der Nacht schlief, weiß ich nicht mehr....

 

16.3.10 12:04


Essen - Wieso? Weshalb? Warum?

Nach diesen besagten Tag aß ich nur noch morgens mein Brötchen. Danach nur eine Kleinigkeit Mittags (2 Kartoffel, oder ein halbes Schnitzel usw. Mini-Portionen). Ich wußte nicht was mit mir ist. Damals habe ich noch nie etwas gehört von ES, von Magersucht. Ich kann euch nicht mal genau sagen, wieso ich das machte. Ich war nie wirklich dick. Wog damals 56kg. Also normal Gewicht. Es ging mir nicht um Aufmerksamkeit oder Mitleid (was leider viele ES-Betroffenen gerne unterstellt wird). Heute denke ich, wenn ich über mich selbst nachdenke, fing ich damit an durch meine Psyche, die unbewusst eine Hilferuf an die Welt dort draußen sendete.

Damals fehlt mir die Reife, das zu erkennen, was in dem Alter ganz normal ist. Heute weiss ich, dass ich sehr unter meinen ganzen familiären Umständen litt. Meine Mutter tat ihr Bestes, doch verkraftete sie wahrscheinlich die Scheidung vor etlichen Jahren nicht. Sie war dadurch zu sehr mit sich beschäftigt. Sie nahm mich nie in den Arm als Kind oder Teen. Sie bastelte, oder spielte nie mit mir.  Ich wurde vernachlässigt auch wenn es nicht ihre Absicht war.

Die Jahre vergingen. Ich dachte nicht über kcal und Sport nach- noch nicht. Aber ich achtete, dass ich ja nicht zuviel von irgend etwas aß. Ich wog immer weniger. Mit 15 waren es 49kg. Immer wieder schaute ich an mir runter, wenn ich saß... War todunglücklich über meine "Speckrollen" die nicht zu verschwinden schienen. Ich fühlte mich alleine trotz Freundin, trotz Freund mit dem ich noch immer zusammen war. Ich fühlte mich hässlich. Ungeliebt. Hinzu kam das mein Freund mich betrog, aber ich konnte ihn nicht aus meinem Leben streichen. Noch nicht. Er betrog mich mit anderen Mädchen, mit meiner besten Freundin. Doch vor ich ihn aus meinen Leben nach über 2 Jahren Beziehung strich, wollte ich mich rächen. Was ich auch tat. Mit 2 anderen Jungs. Ließ ihn bluten, aber trösten oder mich heilen konnte es nicht. Wie auch? Meine Psyche hatten schon einen Knacks durch meine Kindheit.

Immer wieder floh ich in meine Traumwelt. In die ich mich als Kind auch schon zurückzog. Dort war ich nicht ich...oder doch..war ich ich, weil ich ich sein konnte...

Zurückblickend frage ich mich, wieso hat mir keine geholfen. Wieso hat es keiner bemerkt...Wieso, weshalb, warum? Ich habe doch so um Hilfe gerufen...still...

15.3.10 12:14


Nichts mehr essen - von jetzt auf sofort

Laßt mich Euch mitnehmen auf eine kleine Zeitreise in das Jahr 1994. Damals war Dancefloor total in. Ich war zu dem Zeitpunkt 13, hatte mein erste Mal schon hinter mir und war auch mit diesem Jungen zusammen.

Wie war ich damals? Ich war kein einfacher Teen. Ich war sehr aggressiv. Keiner hatte mir etwas zu sagen. Niemand. Mein Eltern war geschieden, seit ich 4 war. Ich lebte mit meiner Mutter alleine und unseren 7 Katzen, 1 Hund, 3 Vögel und einem Pferd. Meine Mutter ging viel arbeiten. Mittags von 12-14 Uhr und Abends von 17- 1 Uhr. Ich sah sie also auch sehr wenig. Heute weiß ich, egal wie knapp das Geld sein mag, ich würde meiner Tochter sowas nie antun.
Heute weiß ich auch, meine Mutter fehlte mir. Früher war mir das nicht klar. Früher wollte ich sie soweit wie möglich von mir haben.

Ich litt damals schon an Depressionen. Doch keiner erkannte es. Wie auch? Ich war alleine. Meine Eltern waren zu sehr mit sich beschäftigt. Ich selbst wusste in diesem Alter weder was von Depressionen noch von anderen psychischen Störungen. Ich lebte mein Leben ohne mir Gedanken zu machen wieso ich so bin. Meistens war ich gut drauf. Aber es gab immer wieder Momente in den meine kleine instabile Welt zusammen brach und niemand da war, der mich auffing. Etwas, was in wirklichkeit nur Eltern in dieser Zeit können. Wenn sie nicht die Augen schließen und nicht mit sich zu sehr beschäftigt sind. Keiner erkannte, dass ich mich Schnitt. Meine Arme haben teilweise sehr schlimm ausgesehen. Aber irgendwie musste ich doch damals meinen Schmerz loswerden überbieten, wenn ich wieder das Gefühl hatte mein Herz zerreißt vor Liebeskummer. Wie schon erwähnt, damals dachte ich nicht darüber nach, wieso ich so bin. Ich lebte einfach.

Ich dachte nie darüber nach, dass ich zu dick sein könnte. Nie. Klar fand ich mich ab und an hässlich. Ich wurde auch manchmal in der Schule gemobbt. Es war ein schrecklicher Kreislauf. Von anderen Schülerinnen gemobbt. Und ich selbst vergriff mich an anderen Schüler. schlug sie.

Meine Mutter gab mir morgens immer 5 Mark mit in die Schule. Dass ich mir essen kaufen konnte. Machte ich auch immer. Holte mir auf den Schulweg etwas beim Bäcker und in der Pause ein leckeres belegtes Brötchen mit Salat, Tomate, Schinken, Ei und Käse. Das aß ich sehr gerne. Und irgendwann von heute auf morgen ohne vorher jemals nachgedacht zu haben. Beschloss ich nur noch dieses Brötchen heute in der Pause zu essen und danach nichts mehr, den ganzen Tag. Das war der Anfang von meinem Ende. Der Anfang von meiner Magersucht. Etwas was mich viele Jahre begleiten sollte. Viel Jahre.

 

 

 

 

13.3.10 12:39


Schlank, dünn....Magersucht

Hallo Ihr,

 es freut mich, dass ihr den Weg zu mir gefunden habt.

Ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen, über mich und meine Magersucht und wie ich davon loskam. Der lange Weg zu meinem heutigen Leben. Mit viele Steinen...mit vielen Gefühlen des Highsein und dann wieder Depri...Hoch und Runter...immer wieder...bis irgendwann der Körper rebelliert...sich wehrt. Den Stolz wieder ein Gramm weniger zu haben...den Zwang sich jeden Tag zu wiegen...mehrmals....über Jahre.

Heute habe ich nicht mal mehr eine Waage in meinem Bad.. das letzte Mal habe ich mich vor 4 Jahren gewogen. Ich kenne also mein Gewicht nicht. Müsste ich schätze, würde ich sagen ich wiege bei 170cm ca 54kg. Was eine Kleidergröße von 36 ist.

In meiner "Bestzeit" wog ich 41kg. Dazu aber später mehr.


LG

12.3.10 10:59





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