Something pure to burn the darkness
Nichts mehr essen - von jetzt auf sofort

Laßt mich Euch mitnehmen auf eine kleine Zeitreise in das Jahr 1994. Damals war Dancefloor total in. Ich war zu dem Zeitpunkt 13, hatte mein erste Mal schon hinter mir und war auch mit diesem Jungen zusammen.

Wie war ich damals? Ich war kein einfacher Teen. Ich war sehr aggressiv. Keiner hatte mir etwas zu sagen. Niemand. Mein Eltern war geschieden, seit ich 4 war. Ich lebte mit meiner Mutter alleine und unseren 7 Katzen, 1 Hund, 3 Vögel und einem Pferd. Meine Mutter ging viel arbeiten. Mittags von 12-14 Uhr und Abends von 17- 1 Uhr. Ich sah sie also auch sehr wenig. Heute weiß ich, egal wie knapp das Geld sein mag, ich würde meiner Tochter sowas nie antun.
Heute weiß ich auch, meine Mutter fehlte mir. Früher war mir das nicht klar. Früher wollte ich sie soweit wie möglich von mir haben.

Ich litt damals schon an Depressionen. Doch keiner erkannte es. Wie auch? Ich war alleine. Meine Eltern waren zu sehr mit sich beschäftigt. Ich selbst wusste in diesem Alter weder was von Depressionen noch von anderen psychischen Störungen. Ich lebte mein Leben ohne mir Gedanken zu machen wieso ich so bin. Meistens war ich gut drauf. Aber es gab immer wieder Momente in den meine kleine instabile Welt zusammen brach und niemand da war, der mich auffing. Etwas, was in wirklichkeit nur Eltern in dieser Zeit können. Wenn sie nicht die Augen schließen und nicht mit sich zu sehr beschäftigt sind. Keiner erkannte, dass ich mich Schnitt. Meine Arme haben teilweise sehr schlimm ausgesehen. Aber irgendwie musste ich doch damals meinen Schmerz loswerden überbieten, wenn ich wieder das Gefühl hatte mein Herz zerreißt vor Liebeskummer. Wie schon erwähnt, damals dachte ich nicht darüber nach, wieso ich so bin. Ich lebte einfach.

Ich dachte nie darüber nach, dass ich zu dick sein könnte. Nie. Klar fand ich mich ab und an hässlich. Ich wurde auch manchmal in der Schule gemobbt. Es war ein schrecklicher Kreislauf. Von anderen Schülerinnen gemobbt. Und ich selbst vergriff mich an anderen Schüler. schlug sie.

Meine Mutter gab mir morgens immer 5 Mark mit in die Schule. Dass ich mir essen kaufen konnte. Machte ich auch immer. Holte mir auf den Schulweg etwas beim Bäcker und in der Pause ein leckeres belegtes Brötchen mit Salat, Tomate, Schinken, Ei und Käse. Das aß ich sehr gerne. Und irgendwann von heute auf morgen ohne vorher jemals nachgedacht zu haben. Beschloss ich nur noch dieses Brötchen heute in der Pause zu essen und danach nichts mehr, den ganzen Tag. Das war der Anfang von meinem Ende. Der Anfang von meiner Magersucht. Etwas was mich viele Jahre begleiten sollte. Viel Jahre.

 

 

 

 

13.3.10 12:39
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Wolfsauge / Website (13.3.10 13:03)
ich finde es immer interessant zu lesen wie der körper probleme und belastungen kompensiert. vor allem im kindesalter.
ich bin echt neugierig wie du es geschafft hast da rauszukommen!!

lg


Moschus (13.3.10 13:10)
Danke, ich möchte nämlich diesen Blog verfolgen ...


schreib.feder / Website (13.3.10 14:47)
Hallo. Ich bin gespannt auf den Blog. Ich selbst Litt auch Jahre Lang an anorexie nervosa. ich habe lange zeit stationäre therape hinter mir.
und jetzt erwarte ich mein erstes kind. das grenzt für mich an ein wunder jetzt schwanger zu sein.
Trotzdem es ist ein kampf. aber das geht dir sicher genauso.
ich gehöre sicherlich zu deinen lesern.
alles liebe.
schreib.feder


ana / Website (14.3.10 02:24)
Hallo! Ich bin durch zufall auf deinen Blog gestoßen und bin hier hängen geblieben, ich find ihn sehr interessant und freue mich schon mehr von dir zu lesen.
Lg

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