Something pure to burn the darkness
Essen - Wieso? Weshalb? Warum?

Nach diesen besagten Tag aß ich nur noch morgens mein Brötchen. Danach nur eine Kleinigkeit Mittags (2 Kartoffel, oder ein halbes Schnitzel usw. Mini-Portionen). Ich wußte nicht was mit mir ist. Damals habe ich noch nie etwas gehört von ES, von Magersucht. Ich kann euch nicht mal genau sagen, wieso ich das machte. Ich war nie wirklich dick. Wog damals 56kg. Also normal Gewicht. Es ging mir nicht um Aufmerksamkeit oder Mitleid (was leider viele ES-Betroffenen gerne unterstellt wird). Heute denke ich, wenn ich über mich selbst nachdenke, fing ich damit an durch meine Psyche, die unbewusst eine Hilferuf an die Welt dort draußen sendete.

Damals fehlt mir die Reife, das zu erkennen, was in dem Alter ganz normal ist. Heute weiss ich, dass ich sehr unter meinen ganzen familiären Umständen litt. Meine Mutter tat ihr Bestes, doch verkraftete sie wahrscheinlich die Scheidung vor etlichen Jahren nicht. Sie war dadurch zu sehr mit sich beschäftigt. Sie nahm mich nie in den Arm als Kind oder Teen. Sie bastelte, oder spielte nie mit mir.  Ich wurde vernachlässigt auch wenn es nicht ihre Absicht war.

Die Jahre vergingen. Ich dachte nicht über kcal und Sport nach- noch nicht. Aber ich achtete, dass ich ja nicht zuviel von irgend etwas aß. Ich wog immer weniger. Mit 15 waren es 49kg. Immer wieder schaute ich an mir runter, wenn ich saß... War todunglücklich über meine "Speckrollen" die nicht zu verschwinden schienen. Ich fühlte mich alleine trotz Freundin, trotz Freund mit dem ich noch immer zusammen war. Ich fühlte mich hässlich. Ungeliebt. Hinzu kam das mein Freund mich betrog, aber ich konnte ihn nicht aus meinem Leben streichen. Noch nicht. Er betrog mich mit anderen Mädchen, mit meiner besten Freundin. Doch vor ich ihn aus meinen Leben nach über 2 Jahren Beziehung strich, wollte ich mich rächen. Was ich auch tat. Mit 2 anderen Jungs. Ließ ihn bluten, aber trösten oder mich heilen konnte es nicht. Wie auch? Meine Psyche hatten schon einen Knacks durch meine Kindheit.

Immer wieder floh ich in meine Traumwelt. In die ich mich als Kind auch schon zurückzog. Dort war ich nicht ich...oder doch..war ich ich, weil ich ich sein konnte...

Zurückblickend frage ich mich, wieso hat mir keine geholfen. Wieso hat es keiner bemerkt...Wieso, weshalb, warum? Ich habe doch so um Hilfe gerufen...still...

15.3.10 12:14
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Moschus (15.3.10 18:25)
Du hast einen wunderbar nüchternen Schreibstil, und bringst trotzdem etwas rüber hat zum Nachdenken anregt.

Die Geschichtes eines kleinen Mädchens, die nach und nach sich im wahrsten Sinne des Wortes zur jungen Frau nährt.

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